Indien 2007
Der Versuch eines Reiseberichts vom 19. August bis 4. Oktober

Sightseeing in Delhi

Es ist 7 Uhr. Ich bin mal wieder wach. Die Matratze ist einfach zu hart fuer meinen Ruecken. Marc gefaellt es scheinbar, er schlaeft. Um 10 Uhr klingelt der Wecker. 90 Sekunden spaeter unser Telefon. Unser Taxi ist da. Das hatten wir gestern abend auch so ausgemacht. Wir beeilen uns etwas, Zeit fuers Fruehstueck ist trotzdem noch. Der Fahrer wartet im Wagen, der Fuehrer trinkt einen Tee mit uns. Heute ist es ein anderer Fahrer, vielleicht 20 Jahre alt, sieht aber viel juenger aus.

 Der Wahnsinn mit dem Auto fahren war doch kein Traum. Heute scheinen wir den Meister des Tetris erwischt zu haben. Da hilft nur eins, Augen zu und durch. Ich glaube, fuer Marc ist es schlimmer. Fahrlehrer denken anderes…

 Unser erster Halt fuer heute ist das Purana Qila. Hier wohnte einst ein Mogul namens Humanyun. Er startete den Bau seines Tempels, bis er von einem afghanischen Herrscher vertrieben wurde. Dieser vollendete den Bau. Humanyun eroberte alles nach 7 Jahren zurueck. 11 Jahre spaeter viel er die Treppen seines Bibiliothek-Turms hinunter und starb. Man sagt, es lang an uebermaessigem Opiumkonsum. Wir besichtigen das gesamte Gebiet und laufen ueber die Mauer, die seinen Grabtempel umschliesst. Ueberall laufen Streifenhoernchen herum. Sie sind nicht so scheu und manche kommen naeher. 2 Frauen wollen, dass wir sie fotografieren. Geht nicht. Immer noch kein Ladegeraet fuer die Kamera.

 Nach ausgiebiger Besichtigung des Gelaendes machen wir uns wieder auf den Weg yu unserem Fahrer. Wir fahren zu dem Schwarzmarkt – um Geld zu wechseln. Hier gibt es einen besseren Kurs als in einer richtigen Bank.

Als naechstes steht der Bahai Tempel, auch bekannt als Lotus Tempel, auf dem Programm. Kurz vor dem Eingang muessen alle ihre Schuhe abgegeben. Ich bin etwas kritisch. Kriegen wir die auch wirklich wieder? Keine Panik! Wir kommen eine Nummer zugeordnet, unter der wir die Schuhe zurueck bekommen. Auf einer Kokosmatte fuehrt der Weg zum Tempel. Wir haben die Wahl zwischen Fusspilz und heissen Steinen. Wir tendieren eindeutig zu verbrannten Fusssohlen. Kurz vor dem Eingang bekommen alle Besucher eine Einweisung, Reden, Telefonieren, Fotografieren sind drinnen strikt verboten. Tatsaechlich herrscht meditative Stille im Inneren des Tempels. Nur ein paar Kinder laufen umher und werden von den Eltern wieder eingefangen.

Danach geht es weiter nach Old Delhi. Hier steht das sagenumwobene Red Fort. Am Lahore Gate geht es hinein. Hier muessen wir erst durch einen Metalldetektor. Ueberall stehen Polizisten mit MGs im Arm. Ein einer Passage sind rechts und links kleine Laeden. Es kommt einem so vor, als waere man in einem Einkaufszentrum. Am Ende der Passage geht es in das riesige Areal des Forts hinein. Mir ist heiss. Ich brauche eine Pause! Wir setzen uns in den Schatten unter einen Baum und beobachten die Streifenhoernchen. Nach einer halben Stunde werden wir von dem Krach eines Rasenmaehers vertrieben. Die Sonne brennt immer noch gnadenlos auf uns hinunter, so dass wir uns das Fort etwas schneller anschauen.

 Es ist bereits spaeter Nachmittag, wir haben Hunger. Wohin geht man als Deutscher, wenn man einen kleinen Snack will? Richtig! Ab zu Mc Donalds. Hier gibt es sogar fuer Marc eine extra vegetarische Speisekarte. Sagenhaft lecker und richtig guenstig im Vergleich zu Europa.

 Unser Fuehrer bringt uns als naechstes zu einem Handicraft Market. Hier gibt es das ganze Programm an handgemachten Sachen. Wir entscheiden uns gegen Teppiche, div. Gottheiten in Metall oder Elfenbein und kaufen lieber ein paar Souvenirs. Nach zaehen Verhandlungen zahlen wir nur ungefaehr die Haelfte vom Ausgangspreis. Handeln kann so schoen sein!

Schoen waren auch ein paar Fotos. Aber das geht ja leider immer noch nicht. Also erinniern wir unseren Fuehrer nochmals an das Ladegeraet und fahren endlich zum Electro Market. Leider ohne Erfolg. Wir bekommen aber einen Tipp, wo wir morgen fuendig werden koennen. Hoffen wir das Beste! Ich haette aber trotzdem laenger auf diesem Markt bleiben koennen, ein wahres Handyparadies!

Noch immer scheint die Sonne. Wir fahren zurueck in unser Hotel sind um 18 Uhr auf unserem Zimmer. Spaeter gehen wir noch eimal in das Restaurant Alfa Spice. Ich bestelle mal wieder „nicht scharfes Huehnchen“. Die Karte hat eigentlich ein einfaches System: keine Pepperoni neben dem Gericht in der Karte, dann ist das Essen mild. Marc bestellt sich ein anderes Paneer dingsda. Das Essen kommt wieder schnell. Das Huehnchen ist scharf! Schlinmmer als gestern!!! Irgendwas mache ich eindeutig falsch beim Bestellen. Marc ist mal wieder sehr zufrieden mit seiner Wahl.

 Morgen verlassen wir Delhi, wir sind gespannt, was als naechstes passiert…

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